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Luxusautos: Sechs Jahre Haft für Embargoverstoß in Würzburg

02.03.2026 | 12:04

Zollfahndungsamt Essen

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Luxusautos: Sechs Jahre Haft für Embargoverstoß in Würzburg

(Bildquelle: Zollfahndungsamt Essen)

Die Staatsanwaltschaft Würzburg und Zollfahndung Essen verurteilten einen Autohändler aus Miltenberg zu sechs Jahren Haft wegen gewerbsmäßigen Verstoßes gegen die Russland-Embargoverordnung. 111 Fahrzeuge im Wert von 20 Millionen Euro wurden nach Russland geliefert.

Seit Mai 2024 ermittelten die Essener Zollfahnder gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Würzburg gegen einen Autohändler aus dem Kreis Miltenberg wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Verstoßes gegen die Russland-Embargoverordnung. 111 Fahrzeuge im Gesamtwert von fast 20 Millionen Euro hatten ihren Weg vom bayerischen Untermain nach Russland gefunden. Jetzt fiel vor dem Landgericht Würzburg das Urteil:
Am 02.03.2026 verurteilte die 5. Strafkammer als Wirtschaftsstrafkammer die beiden deutschen Staatsangehörigen Andreas M. und seine ehemalige Prokuristin Inna W. zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren bzw. zwei Jahren. Die letztgenannte Strafe für die Prokuristin wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Ermittlungen und Durchsuchungen

Am 17.09.2024 wurden die zunächst verdeckt geführten Ermittlungen in die offene Phase überführt und die Wohn- sowie die Geschäftsanschrift des Autohändlers durchsucht. Nach Auswertung der sichergestellten Beweismittel erhärtete sich der Tatverdacht, sodass das Amtsgericht Würzburg Haftbefehl gegen M. erließ. Dieser wurde am 07.11.2024 vollstreckt und M. befand sich seither in Untersuchungshaft in der JVA Würzburg.
Im Verlauf der Ermittlungen ergaben sich zudem Hinweise auf die Mittäterschaft von Inna W., sodass das Ermittlungsverfahren auch auf sie ausgeweitet wurde. M.s Autohandel war spezialisiert auf gepanzerte Fahrzeuge und vor allem auf Fahrzeuge eines namhaften deutschen Herstellers.

Konspirative Machenschaften und Beweismittel

Da M. selbst keine Neuwagen von diesem Hersteller beziehen durfte, baute er ein weitverzweigtes Beschaffungsnetzwerk auf, unter anderem durch die Einbindung von Strohfirmen. Nach Einführung der Sanktionen für Luxus-Pkw entwickelte sich M. zu einem Großlieferanten für zwei der größten Luxusautohändler Russlands. Er unterhielt ab Juli 2022 enge Kontakte zu Mitarbeitern dieser Unternehmen in Moskau.
M. agierte dabei konspirativ und versuchte, die Ermittlungen durch Verdunkelungshandlungen und Beweismittelvernichtungen aktiv zu behindern. Dank der umfangreichen Beweismittelauswertung der Essener Zollfahnder gelang es, dem Angeklagten M. seine Taten nachzuweisen, bevor er weitere 400 Neuwagen im Gesamtwert von fast 40 Millionen Euro nach Russland liefern konnte.

Urteil und Vermögensentzug

Das Urteil sieht zudem eine Einziehungsentscheidung über Vermögen in Höhe von rund 20 Millionen Euro vor. Bereits während der Ermittlungen war es gelungen, Vermögenswerte in Höhe von rund sieben Millionen Euro zu sichern, darunter diverse Luxusfahrzeuge, Bankguthaben und die Villa, die M. mit seiner Familie bewohnte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Hinweis: Bis zur rechtskräftigen Verurteilung gelten die Angeklagten als unschuldig.
Quelle der Polizei-Nachricht: Zollfahndungsamt Essen

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