Bundesweite Razzia gegen organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe
Hauptzollamt Frankfurt am Main
(Bildquelle: Hauptzollamt Frankfurt am Main)
In einer großangelegten Aktion wurden 80 Objekte in 6 Bundesländern durchsucht. 6 Haftbefehle und Vermögensarreste von 13,4 Millionen Euro wurden vollstreckt. Verdacht auf Betrug und Schwarzlohnzahlungen im Bauwesen.
Das regionale Ermittlungszentrum der Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Hauptzollamt Frankfurt am Main hat gestern im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hanau nach umfangreichen Ermittlungen bundesweit insgesamt 80 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Rund 1.000 Einsatzkräfte waren an den Maßnahmen in insgesamt 6 Bundesländern mit Schwerpunkt im Rhein-Main Gebiet beteiligt.

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Ermittlungen und Durchsuchungen
Bei den Durchsuchungen wurden 6 Haftbefehle und 20 Vermögensarreste vollstreckt sowie umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Die Maßnahmen fanden in Städten wie Offenbach, Frankfurt am Main, Berlin und Stuttgart statt. Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt 35 Personen, darunter 31 Männer und 4 Frauen, wegen des Verdachts des Vorenthaltens und Veruntreuens von Sozialversicherungsbeiträgen sowie der Hinterziehung von Lohnsteuern.

as (Bildquelle: Hauptzollamt Frankfurt am Main)
Schwarzarbeit und [Betrug](https://polizeiticker.online/thema/betrug) im Baugewerbe
Im besonderen Fokus stehen 13 Beschuldigte, die mehrere Unternehmen in der Baubranche betreiben und seit 2022 Bauleistungen in Höhe von rund 70 Millionen Euro erbracht haben. Es besteht der Verdacht, dass in beträchtlichem Umfang Löhne "schwarz" ausgezahlt wurden. Der bisher ermittelte Gesamtschaden beläuft sich auf ca. 28 Millionen Euro.
Vermögenssicherung und weitere Maßnahmen
Zur vorläufigen Sicherung von Vermögenswerten wurden 20 Vermögensarreste in Höhe von 13,4 Millionen Euro erlassen. Diese wurden durch Pfändungen vollstreckt, wobei auch Diensthunde des Zolls zum Aufspüren von Bargeld eingesetzt wurden. Bargelder in sechsstelliger Höhe, Gold, Luxusuhren und hochpreisige Fahrzeuge wurden sichergestellt.

(Bildquelle: Hauptzollamt Frankfurt am Main)
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hanau und der Steuerfahndungsstelle dauern an und richten sich gegen schwere Formen der organisierten Wirtschaftskriminalität.
<p>Im Jahr 2022 wurden in Deutschland rund 12,5 Milliarden Euro an Steuern und Sozialabgaben durch Schwarzarbeit hinterzogen.</p><ul><li>Schwarzarbeit macht etwa 3,5% des gesamten Bruttoinlandsprodukts aus.</li><li>Rund 1,5 Millionen Menschen arbeiten illegal in Deutschland.</li></ul>
Quelle der Polizeinachricht: presseportal.de